Kloster Lobenfeld - Musik

Die historische Orgel (1773) in der Klosterkirche

Disposition (1957)
Manual: C-C"' - Principal 4'; Salicional 4'; Gamba 4'; Octav 2'; Mixtzr 3 f. 1'; Flöte -H- 4'; Gedeckt -H- 8'.
Pedal: C-f - Octavbaß 8 '.
Ventilkoppel - 2 Bälge
Historische Substanz: Gehäuse, Spieltraktur (1863), Oktav 2', Gedeckt 8', Subbaß 16'. Manuallade.
"Johann Heinrich Dickel/ Orgelmacher in Moßbach/ hat dieses Werk neu gemacht/ Im Jahr 1773 Am 22 Mertz./"

Letzte Restaurierung 1974 durch Richard Rensch, Lauffen, "daß die Aussage der vorhandenen acht Register in dieser ehemaligen Klosterkirche erstaunen muß".
 

Bernd Sulzmann: Historische Orgeln in Baden : 1690 - 1890. Zürich: Schnell & Steiner, 1980. Seiten 126-127:

Eine Ausschreibung, ein Vertrag, eine Abrechnung über den Bau der Lobenfelder Orgel hat sich bisher nicht gefunden. Und doch lassen sich inzwischen Zusammenhänge zwischen Lobenfeld und Johann Heinrich Dickel feststellen.
Von 1707 bis 1800 war die reformierte Gemeinde Lobenfeld in Epfenbach eingepfarrt. Gottesdienste, Trauungen und Taufen hielt der Epfenbacher Pfarrer in der ehemaligen Klosterkirche. Kirchenvorstand Johann Peter Hunsinger, der 1748 in der Klosterkirche geheiratet hatte, war als Schulmeister zuständig für Kirchengesang und Musik. Er kannte die Wiegleb-Orgel (1772) in der protestantischen Kirche zu Epfenbach. Johann Heinrich Dickel, verwandt mit der großen Wiegleb-Sippe, war seit 1771 in Mosbach ansässig. So führte der Wunsch nach würdigerer Gestaltung der Gottesdienste in Lobenfeld wohl auf kurzem Weg nach Mosbach.
1766 hatte Franz Lorenz Heiliger nach dem Tod seines Vaters das Schaffneramt in Lobenfeld übernommen. Er hat die Errichtung einer Orgel nicht nur durch Holzeinschlag für die Orgelempore unterstützt, kannte er doch aus seiner Studienzeit das Heidelberger Musikleben und wird bei seiner eigenen Trauung 1764 in Lobenfeld eine festlichere Gestaltung vermißt haben.
Sohn und Enkel des Johann Peter Hunsinger haben die Orgel in ihre Obhut genommen.

Ausführlicher mit einem Exkurs zur regionalen Orgellandschaft: Doris Ebert: Die Schaffnerfamilie Heiliger zu Kloster Lobenfeld, die Schultheißenfamilie Maurer aus Meckesheim und ihre Nachfahren. (mit Quellen und Literatur) In: Kraichgau 16/2003. Hier S.166 ff.